In Malawi stehen am 21. Mai neben den Präsidentschaftswahlen auch Parlaments- und Kommunalwahlen an. „Der amtierende Präsident Peter Mutharika befindet sich aktuell in einem Korruptionsskandal. Ihm wird vorgeworfen, im Rahmen eines Regierungsvertrags über 4 Millionen Dollar einen unbekannten Betrag angenommen zu haben. Als Gegengewicht stehen der ehemalige Vizepräsident Saulos Chilima und die frühere Präsidentin Joyce Banda in den Startlöchern.“ (https://www.mobilegeeks.de/news/2019-in-afrika-werden-dieses-jahr-die-machtverhaeltnisse-neu-geordnet/)

Die anstehenden Wahlen nahm eine Gruppe Theaterschaffender (Regie: Mphundu Mjumira, Choreographie/Produzent: Robert Magassa, Autor/Regie: Thlupego Chisiza und Produzentin: Dipolathu Katimba) zum Anlass und erarbeitete Built on the Sand – ein Stück über die enttäuschten Hoffnungen an das demokratische System, über Korruption und Machtmissbrauch und die Frage danach, was geschehen muss, damit alle Menschen gleichberechtigt und in Frieden zusammenleben können. Während die Protagonist*innen täglich ums (finanzielle) Überleben kämpfen müssen, ganz gleich, welche Partei an der Macht ist – bekommen sie mit, dass Personen, die dem politischen Apparat nahestehen, zu immer mehr Wohlstand gelangen. In einem Traum begegnet der Protagonist Manuel früheren Präsidenten und stellt ihnen die wichtigen Fragen: Was läuft schief im Machtgefüge der Politik? Sind am Ende die Wähler*innen dafür verantwortlich? Und wird die Erde jemals ein Ort sein, an dem Menschen gewaltfrei zusammenleben können? Das Stück konnte im Februar 2019 gleich dreimal gezeigt werden: in Blantyre (Cultural Centre), in Lilongwe (Technical College) und an der Mzuzu University. Es war ein voller Erfolg und generierte öffentliches Interesse, es konnten verschiedene Zielgruppen, u.a. eine große Anzahl an Politiker*innen erreicht werden, sodass die Fragen an die richtigen Personen gerichtet waren.

Mit der Erarbeitung eines politischen Stückes, wie diesem, gehen die Künstler*innen ein großes Risiko ein, einer der Beteiligten wurde schon einmal auf der Bühne verhaftet, nachdem Nanzikambe Arts ein politisches Stück produziert hatte. Umso wichtiger ist hier die Unterstützung solcher Projekte, die ein Forum für das meist ungehörte Volk bieten und eine Möglichkeit darstellen Utopien des Zusammenlebens zu entwerfen und zu kommunizieren.