Gruppen & Länder2018-12-14T13:26:48+02:00

THEATERGRUPPEN

Die Compagnie Louxor de Lomé existiert seit 1996, ist als eingetragener Verein mit fünf festen Mitgliedern (Künstlerische Leitung, Verwaltung, Technische Leitung, Buchhaltung, Kommunikation/ Presse/Marketing) organisiert und formt sich je nach Projekt aus einem Pool von Künstlern. Sie wird von Ramsès Alfa geleitet und ist in Lomé, im ländlichen Raum um die Hauptstadt und z.B. in Sokodé oder Sotouboua tätig.

Ramsès Alfa greift in seiner Arbeit stets Themen auf, die für die Menschen in Togo eine direkte und konkrete Relevanz haben. Hierzu gehören zum Beispiel Gewalt an Kindern oder Perspektivlosigkeit und Emigration. Er ist überzeugt, dass sich eine Gesellschaft nur dann ändert, wenn die Erziehung und Bildung reformiert werden.

Die Compagnie Louxor bietet eine Plattform für Diskurs und Meinungsaustausch. Die Theaterarbeit der Compagnie ermutigt stets, die derzeitigen Verhältnisse als veränderbar zu betrachten. Die Compagnie wird ihre zivilgesellschaftliche Bedeutung mit wachsender Reichweite und Infrastruktur weiter ausbauen können.

Nanzikambe Arts aus Blantyre, Malawi, versteht sich als „Theatre for Development“. Im ganzen Land bekannt, greift Nanzikambe Arts für die Bevölkerung relevante Themen auf. Theaterpädagogische Arbeit findet für verschiedene Gruppen statt (z. B. Frauen, Gefängnisinsassen, Waisenkinder). Nanzikambe Arts besteht aus ca. 20 festangestellten Mitarbeiter*innen sowie einem Pool von Schauspieler*innen und Musiker*innen, die für die jeweiligen Produktionen engagiert werden.

Nkhokwe Arts ist eine Gruppe ehemaliger Häftlinge, die im Rahmen der Chichiri-Kulturgruppe (ursprünglich von Nanzikambe Arts gegründet) bereits im Gefängnis die Möglichkeit zur Teilnahme an Theaterprojekten und -workshops hatten. Nachdem die meisten Gruppenmitglieder aus dem Gefängnis entlassen wurden und in ihren Communities Diskriminierungen ausgesetzt waren, begannen sie die Theaterarbeit in eigener Organisation weiter zu führen. 2017 erhielt die Gruppe dann eine einjährige Unterstützung zur Mitarbeit am Malawi Bail Project, der Anlass zur offiziellen Gründung von Nkhokwe Arts. Zuletzt war die Gruppe bei Effie Makepeaces Projekt Mapiri ndi Moyo beteiligt, das von National Geographic unterstützt wurde und sich mit den Folgen der Abholzung der Mulanje-Zypresse auseinandersetzt.

IKIRARO Arts ist eine Non-Profit-Organisation, die sich der Kommunikation und dem Handeln für einen positiven sozialen Wandel durch die Methode des Forum Theater, verschrieben hat. Die Hauptinteressenbereiche dieser Organisation sind Gesundheit, Umwelt, Frieden und Bildung. Forum Theater nach Augusto Boal ist ein leistungsfähiges Instrument, das verschiedene marginalisierte Zielgruppen dazu anregt, sich ihrer eigenen Herausforderungen bewusst zu werden und mögliche Lösungen vorzuschlagen. Die Gruppe hilft den Communities, mit den Unterdrückungen umzugehen, denen sie in Bezug auf Gesundheit, Menschenrechte, Umwelt, Frieden und Bildung ausgesetzt sind.

IKIRARO Arts ist seit 2016 als lokale NGO im Innenministerium anerkannt und registriert.

Das Taasisi ya Sanaa na Utamaduni Bagamoyo, TaSUBa (Bagamoyo Arts and Cultural Institute) ist eine halbautonome staatliche Organisation für Ausbildung, Forschung und Beratung in Kunst und Kultur. Es wurde von der Vereinigten Republik Tansania gegründet, um „die Entwicklung der Künste zu fördern, deren Verwendung als Aufzeichnung des zeitgenössischen Lebens und der modernen Sitten zu fördern, die allgemeine Aufklärung über Film, Fernsehen zu fördern ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft.“

Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Bagamoyo_Arts_and_Cultural_Institute

PARTNERLÄNDER

Nach sieben Jahren Bürgerkrieg in Burundi wurde im Jahr 2000 das Friedensabkommen von Arusha geschlossen. Doch die Folgen des Krieges sind bis heute nicht überwunden. Das ostafrikanische Land ist politisch instabil und die Lage der Bevölkerung ist noch immer schlechter als in der Zeit vor Ausbruch der Gewalt. Burundi ist eines der ärmsten Länder der Erde. Auf dem Index der menschlichen Entwicklung der Vereinten Nationen lag das Land 1993 auf Platz 154 von 173 Ländern, heute nimmt Burundi Platz 185 von 189 bewerteten Staaten ein (HDI). Die Menschenrechtslage ist schwierig und Defizite bei der Regierungsführung und bei der Bekämpfung von Kriminalität und Korruption führen zu großen Problemen.

Im Vorfeld der Parlaments- und Präsidentschaftswahlen 2015 kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Regierung und demokratiebewusster Bevölkerung. Die Proteste richteten sich in erster Linie gegen Präsident Pierre Nkurunziza, der ein drittes Mal kandidierte. Eine dritte Amtszeit widerspricht jedoch dem Geist des Friedensabkommens von Arusha, der Grundlage der burundischen Verfassung. Über 150.000 Menschen sind aus Unsicherheit und Angst vor Repressionen in die Nachbarländer geflüchtet. Bei den um eine Woche auf den 21. Juli 2015 verschobenen Präsidentschaftswahlen gewann Nkurunziza fast 70 Prozent aller Stimmen. Die Wahlen wurden von der Europäischen Union und den Vereinten Nationen als nicht frei und intransparent kritisiert.

Ähnlich wie das benachbarte Ruanda war Burundi lange Zeit von einem Konflikt zwischen zwei Bevölkerungsgruppen, der Tutsi-Minderheit und der Mehrheit der Hutu, geprägt. Der Konflikt reicht weit in die Vergangenheit zurück: Ende des 19. Jahrhunderts wurde Burundi zusammen mit Ruanda als “Urundi” der Kolonie Deutsch-Ostafrika unterstellt. Die deutsche und später die belgische Kolonialmacht paktierten mit den herrschenden Adelsfamilien der Tutsi und verschärften so die Benachteiligung der bäuerlichen Hutu-Bevölkerung. Auch nach Burundis Unabhängigkeit im Jahr 1962 setzte sich die ungleiche Machtverteilung fort. Hutu-Aufstände in den Jahren 1972, 1988 und 1991 wurden gewaltsam niedergeschlagen. Viele Hutu flüchteten nach Tansania, Ruanda und Zaire (heute Demokratische Republik Kongo).

1992 stimmte die Bevölkerung in einem Referendum einer neuen Verfassung zu. Es folgten Wahlen, aus denen 1993 der Hutu Melchior Ndadaye als Präsident hervorging. Seine Ermordung – noch im selben Jahr – löste einen Bürgerkrieg aus. Seitdem sind der immer wieder neu aufflackernden Gewalt Schätzungen zufolge mehr als 300.000 Menschen zum Opfer gefallen.

1998 begannen Friedensgespräche zwischen den Konfliktparteien, die 2000 in ein Friedensabkommen mündeten. Mit der Demobilisierung der letzten Hutu-Rebellenbewegung konnte der Friedens- und Versöhnungsprozess 2009 weitgehend abgeschlossen werden. Im April 2009 wurde die ehemalige Rebellenorganisation FNL (Forces Nationales de Libération) als politische Partei zugelassen.

Doch auch danach kam das Land politisch nicht zur Ruhe. Das Verhältnis zwischen der Regierung und dem außerparlamentarischen Oppositionsbündnis ADC-IKIBIRI (Alliance of Democrats for Change in Burundi) ist zerrüttet. Das Oppositionsbündnis erhebt schwere Vorwürfe gegen die Regierung und boykottiert seit 2010 sämtliche Wahlen; ein konstruktiver Dialog zwischen den Parteien findet nicht statt. Die Regierungspartei CNDD-FDD (Conseil national pour la défense de la démocratie – Forces de défense de la démocratie) stellt seit 2005 den Präsidenten, Pierre Nkurunziza. Er trat bei den Wahlen 2010 aufgrund des Boykotts ohne Gegenkandidat an und wurde mit 91,6 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Während internationale Wahlbeobachter die Abstimmung trotz einiger Unregelmäßigkeiten als im Wesentlichen korrekt beurteilten, sprach die Opposition von massivem Wahlbetrug. Die Regierungspartei versucht, ihre Macht langfristig zu sichern. Die Versammlungsfreiheit für Oppositionelle, aber auch für die Zivilgesellschaft ist stark eingeschränkt.

Quelle: http://www.bmz.de/de/laender_regionen/subsahara/burundi/index.html

Nach 30 Jahren Diktatur gelang Malawi ab 1994 der friedliche Übergang zu einem demokratischen Mehrparteiensystem. Das Land konnte zunächst beachtliche Entwicklungsfortschritte vorweisen. Doch Ende 2010 rutschte es – unter dem zunehmend autoritär regierenden Präsidenten Bingu wa Mutharika – in eine schwere Krise. Das über Jahre stets überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum ging danach erheblich zurück. Nach Mutharikas Tod vollzog seine Nachfolgerin Joyce Banda ab 2012 eine politische Kehrtwende zurück zu mehr Demokratie und guter Regierungsführung und leitete dringend notwendige wirtschaftspolitische Reformen ein.

Im Mai 2014 wurde Peter Mutharika, ein Bruder des früheren Präsidenten, zum neuen Staatsoberhaupt und Regierungschef gewählt. Er setzte den Reformprozess fort. Unter anderem wurde das öffentliche Finanzmanagement verbessert, Kinderehen wurden verboten und die Landrechte reformiert, der Zugang zu Möglichkeiten der Familienplanung und Sexualaufklärung wurde verbessert und ein ineffektives Subventionsprogramm in der Landwirtschaft überarbeitet.

Noch ist die Umsetzung des von Mutharika eingeleiteten Reformkurses jedoch zu zaghaft, um das Land aus seiner politischen und wirtschaftlichen Dauerkrise zu führen. Bisher werden eher Symptome bekämpft als System verändernde Schritte unternommen.

Ein wichtiger Gradmesser transparenter und demokratischer Regierungsführung werden die im Mai 2019 anstehenden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen sein.

Das Reformtempo leidet sehr unter der extrem schlechten finanziellen und personellen Ausstattung der staatlichen Stellen. Behindert wird die Entwicklung jedoch auch durch Korruption und Vetternwirtschaft und den fehlenden politischen Willen, durchgreifende Veränderungs-prozesse anzustoßen. Teile der Regierungselite sind vor allem an Machterhalt und Selbstbereicherung interessiert. Korruption wird zwar öffentlich diskutiert und angeprangert, wird letztlich aber gesellschaftlich akzeptiert und juristisch nicht ausreichend verfolgt. Auf dem Korruptionswahrnehmungsindex der Nichtregierungsorganisation Transparency International steht Malawi auf Platz 122 von 180 ausgewerteten Staaten (2017).

In Malawi gibt es zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen, die sich in der Regel frei betätigen können und auch regelmäßig in politische Prozesse eingebunden werden. Allerdings gibt es Bestrebungen, Nichtregierungsorganisationen per Gesetz stärker zu regulieren.

Quelle: http://www.bmz.de/de/laender_regionen/subsahara/malawi/index.jsp?follow=adword

Tansania ist einer der politisch beständigsten und friedlichsten Staaten in Afrika südlich der Sahara und wirkt stabilisierend in einer Region, die durch zahlreiche Konflikte geprägt war und ist. Tansania verfügt über ein etabliertes Regierungssystem. Es existieren mehrere politische Parteien, die frühere Einheitspartei Chama Cha Mapinduzi (CCM) ist allerdings seit der Unabhängigkeit 1961 an der Regierung und gewann im Oktober 2015 erneut die Wahlen.

Die Regierung ist reformorientiert und erzielt seit mehr als zehn Jahren ein konstantes jährliches Wirtschaftswachstum von 6 bis 7 Prozent. Dieses reicht jedoch – unter anderem wegen des hohen Bevölkerungswachstums von rund drei Prozent – nicht aus, um die Armut wirksam zu reduzieren. Knapp ein Drittel der Bevölkerung lebt unterhalb der nationalen Armutsgrenze, 46 Prozent der Bevölkerung müssen mit weniger als 1,90 US Dollar pro Tag auskommen. Auf dem aktuellen Index der menschlichen Entwicklung (HDI) nimmt Tansania Rang 154 von 189 Staaten ein.

Gründe dafür, dass wichtige Reformprogramme nur schleppend umgesetzt werden, sind vor allem die geringe Leistungsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung und der Mangel an qualifiziertem Personal. Obwohl Antikorruptionsgesetze verabschiedet und entsprechende Kontrollbehörden eingerichtet wurden, mangelt es oftmals an einer wirksamen Durchsetzung. Die neue Regierung unter Präsident John Magufuli hat es sich zum Ziel gesetzt, den Kampf gegen Korruption zu verstärken.

Tansania und Deutschland verbindet eine kurze Kolonialvergangenheit: Von 1891 bis 1918 gehörten große Teile des Landes zur Kronkolonie Deutsch-Ostafrika des Deutschen Reiches. Heute ist das Verhältnis gut und freundschaftlich. So bestehen zum Beispiel zahlreiche Partnerschaften zwischen Städten, Schulen und Kirchengemeinden in Tansania und Deutschland.

Quelle: http://www.bmz.de/de/laender_regionen/subsahara/tansania/index.html?follow=adword

Die Region am Golf von Guinea ist bereits seit Jahrhunderten besiedelt. Der heutige Staat Togo entstand jedoch erst Ende des 19. Jahrhunderts. Damals sicherte sich das Deutsche Reich den Landstrich als Kolonie; die Grenzen wurden von den verschiedenen in der Region anwesenden Kolonialmächten festgelegt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Togo geteilt und unter britische und französische Verwaltung gestellt. Der britische Westteil Togos wurde 1957 Ghana angegliedert. Der französisch verwaltete Ostteil erhielt dagegen eine Teilautonomie und wurde 1960 als Republik Togo unabhängig. Die Bevölkerung Togos setzt sich aus mehr als 40 verschiedenen Ethnien zusammen.

1967 brachte ein Militärputsch Gnassingbé Eyadéma an die Macht. Er regierte das westafrikanische Land fast 40 Jahre lang diktatorisch. Aufgrund massiver Menschenrechtsverletzungen stellte die internationale Gebergemeinschaft ihre Unterstützung für Togo 1993 ein. Die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen dieser Zeit der Diktatur sind bis heute spürbar.

Nach dem Tod Eyadémas 2005 setzte die Armee dessen Sohn Faure Gnassingbé als neues Staatsoberhaupt ein. Nach internationalem Druck fanden äußerst umstrittene Präsidentschaftswahlen statt, die Gnassingbé gewann. 2010 und 2015 wurde er im Amt bestätigt. Die Präsidentschaftswahlen 2010 und 2015 sowie die Parlamentswahlen 2007 und 2013 wurden zwar von der internationalen Gemeinschaft als ausreichend fair und transparent anerkannt, nicht jedoch von der togoischen Opposition.

In den vergangenen Jahren hat der Demokratisierungsprozess in Togo Fortschritte gemacht. Obwohl es bei der Regierungsführung und der Achtung der Menschenrechte noch Defizite gibt, sind ermutigende Schritte erfolgt. Die Regierung bemüht sich, politische und institutionelle Reformen auf den Weg zu bringen und soziale Schlüsselbereiche wie Bildung, Gesundheit und Infrastruktur zu stärken. Vielen oppositionellen Kräften gehen die Reformvorhaben der Regierung jedoch nicht weit genug.

Quelle: http://www.bmz.de/de/laender_regionen/subsahara/togo/index.html